Junge Menschen im Dialog mit der Kirche – Schülerinnen und Schüler bringen ihre Ideen ein
Wie kann Kirche auch in Zukunft junge Menschen erreichen? Wie können Kirchengemeinden mit Mitgliedsverlusten umgehen und gleichzeitig Traditionen bewahren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Religionskurses von Frau Hoffmann im vergangenen Schuljahr.
Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Die Kirche auf dem Weg in die Zukunft“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler der damaligen Q1 Präsentationen zur Zukunft der Kirche. Die Aufgabe war dabei in eine besondere Rahmengeschichte eingebettet: Die Präsentationen sollten so vorbereitet werden, als würden sie vor einer Landessynode vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Perspektive junger Menschen auf die aktuelle Situation der Kirchen.
Die Schülerinnen und Schüler sollten nicht nur Probleme benennen, sondern vor allem konkrete Ideen entwickeln: Wie kann es gelingen, junge Menschen stärker in Kirchengemeinden einzubinden? Was kann gegen die zunehmenden Kirchenaustritte getan werden? Und wie lassen sich vielleicht sogar Menschen für die Kirche zurückgewinnen? Gleichzeitig sollte auch die ältere Generation mit ihren Erfahrungen und möglichen Sorgen vor einem Verlust von Traditionen berücksichtigt werden.
Was im Unterricht zunächst nur eine Rahmengeschichte war, wurde nun tatsächlich zu einem Austausch mit Verantwortlichen aus den Kirchengemeinden. In diesem Schuljahr sind die Schülerinnen und Schüler mittlerweile in der Q2 und haben die Gelegenheit, ihre Präsentationen den Presbyterien der Kirchengemeinden in und um Bad Laasphe vorzustellen. In anschließenden Gesprächsrunden soll gemeinsam diskutiert werden, welche Ideen tatsächlich umgesetzt werden könnten.
Austausch auf Augenhöhe
Bei einem Treffen am 22. September standen die Themen Jugend und Kirche, Chancen, Probleme und die Zukunft der Kirche im Mittelpunkt. Für die Schülerinnen und Schüler war es besonders wichtig, dass ihre Perspektiven nicht nur angehört, sondern ernst genommen wurden.
„Wir wollten uns Gehör verschaffen und ehrlich und direkt miteinander kommunizieren“, fasste ein Schüler den Abend zusammen. Besonders positiv wurde dabei der Austausch zwischen den Generationen wahrgenommen. Die Gespräche fanden nach Aussage der Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe statt und boten die Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen kennenzulernen.
Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie ältere und jüngere Menschen innerhalb der Kirche wieder mehr Berührungspunkte bekommen können. Auch die Frage, wie Jugendliche besser erreicht und für kirchliche Angebote interessiert werden können, spielte eine wichtige Rolle.
Von der Theorie zur möglichen Umsetzung
Die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden gaben den Schülerinnen und Schülern eine positive Rückmeldung zu den Präsentationen. Sie bezeichneten die vorgestellten Ideen als interessant und informativ und betonten, dass die Erfahrungen und Vorschläge der Jugendlichen für die weitere Diskussion wichtig seien.
Dabei blieb es nicht ausschließlich bei theoretischen Überlegungen. Die Presbyterien signalisierten, dass sie versuchen möchten, einige der Vorschläge aufzugreifen und in der kirchlichen Arbeit umzusetzen. Konkrete Maßnahmen wurden zwar noch nicht für alle Ideen festgelegt, doch erste Ansätze wurden bereits genannt.
Ein gelungener, aber langer Abend
Die Schülerinnen und Schüler sowie die Kirchenmitglieder zogen insgesamt ein positives Fazit. Der Abend sei informativ gewesen und habe einen guten Austausch ermöglicht. Gleichzeitig wurde auch angemerkt, dass die Veranstaltung lang gewesen sei. Ein Dank an alle, die sich diese Zeit genommen haben! Trotz dieser Kritik überwog sowohl bei den Jugendlichen als auch den Mitgliedern der Presbyterien der positive Eindruck. Besonders wichtig war für die Jugendlichen die Erfahrung, dass ihre Ideen tatsächlich wahrgenommen wurden.
„Wir wollten, dass unsere Vorschläge gehört werden“, so eine Rückmeldung aus der Gruppe. Auf die Frage, ob sie das Gefühl hätten, mit ihren Präsentationen etwas bewegt zu haben, fiel die Antwort entsprechend aus: Ja, das hat funktioniert.
Wie geht es weiter?
Noch ist offen, welche der Ideen langfristig ihren Weg in die praktische Gemeindearbeit finden werden. Der Austausch hat jedoch gezeigt, dass ein Dialog zwischen den Generationen und zwischen Schule und Kirche möglich und von beiden Seiten gewünscht ist.
Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Sichtweise eingebracht und dabei nicht nur Kritik geäußert, sondern auch konkrete Denkanstöße geliefert. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden konnten ihrerseits erklären, welche Möglichkeiten und Herausforderungen sie sehen und welche Angebote sie bereits machen, aber noch nicht alle erreichen.
Damit wurde aus einer Unterrichtsaufgabe ein echter Dialog über die Zukunft der Kirche vor Ort. Ob daraus tatsächlich Veränderungen entstehen, wird sich zeigen. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch geschaffen: Junge Menschen wurden gefragt, haben ihre Ideen vorgestellt und mit Verantwortlichen aus den Gemeinden darüber diskutiert, wie Kirche auch in Zukunft Menschen erreichen kann. Es war neben Schuleingangsgottesdienst, Religiöse Schulwoche ein weiterer Schritt für die Kooperation von Kirche und Schule.




